- Bibliothek Speicher Trogen
- 26. März 2026
Eine Geschichte, die einfach nur gut tut
Mathilde und Marie : Roman / Torsten Woywod. – München : dtv, 2026. (978–3‑423–28512‑4)
Erhältlich auch als E‑Book unter:
Umschlaggestaltung: Lübbeke Naumann Thoben, Köln ; Umschlagmotiv: Lotte Meier

In einer Zeit, in der wir uns immer häufiger mit der Frage konfrontiert sehen, ob die Welt allmählich aus den Fugen gerät oder ob es nur unser eigenes Bild der Welt ist, das zusehends ins Wanken gerät, dürfen wir all das Gute nicht aus den Augen verlieren, das weiterhin existiert.
In Redu, dem kleinen Bücherdorf, in dem dieser Roman spielt, existiert das Gute. Sowie es auch in der lebendigen Natur erfahrbar ist, die diesen Ort inmitten der belgischen Ardennen umgibt. Hier, wo das Internet nur eine Stunde täglich verfügbar ist, besteht das Netz aus echten Beziehungen und wird Verbindung gepflegt, die das Herz und die Seele wärmt.
Eine Reise ins Ungewisse
Marie, die Protagonistin, verlässt Paris und ihr bekanntes Leben, ohne zu wissen, wohin die Reise geht. Mutig folgt sie dem Ruf und der Sehnsucht ihres Herzens. Eine einzige Begegnung verändert ihr ganzes Leben. Sie wird geprüft und findet am Ende das, was letztendlich wesentlich ist und wonach wir uns alle sehnen: Zufriedenheit, wahrhaftige Beziehungen, Gemeinschaft, sinnhaftes Wirken, Zeit und Musse, um sich an der Schönheit und Kostbarkeit des Lebens zu erfreuen.
Diese Geschichte macht Mut, ausgetretene Pfade zu verlassen. Sie lädt ein, aufzubrechen, wenn das Leben keinen Sinn mehr macht und die Lebendigkeit fehlt. Sie fordert auf, loszulassen, um Raum zu schaffen, in dem das Leben zurückfindet in seine natürliche Ordnung und Neues sich entfalten kann.
Wohltuende Entschleunigung
Die Charaktere, die Natur, Stimmungen und Begegnungen werden mit so viel Aufmerksamkeit und Liebe für das Detail beschrieben, dass es mir als Leserin leichtfällt, in den Fluss der Handlung einzutauchen. Der Autor zoomt das Geschehen heran, so dass die Geschichte mit allen Sinnen erfahrbar wird, in Form von Bildern, Gerüchen, Klängen, Stimmungen, Landschaften, Mimiken, Gesten und Gefühlen. Das erzeugt in mir beim Lesen ein wohltuendes Gefühl der Entschleunigung, der Ruhe und Beschaulichkeit. Es lässt mich innehalten und führt mir vor Augen, was wesentlich ist.
Diese Geschichte lebt von Schlichtheit, von Langsamkeit und von kleinen, zarten Gesten, die von Herzen kommen.
Ganz einfach Mensch sein
Für mich ist diese Geschichte eine gute Nachricht. Sie gibt mir Hoffnung, dass Wandel sich in ganz kleinen, einfachen, unscheinbaren und unspektakulären Gesten, Gesprächen, in der aufrichtigen Hinwendung zu mir selbst, anderen Menschen, Tieren und zur Natur vollziehen kann. Die «Lösung» muss nicht immer teuer und kompliziert sein, sondern liegt in unserem ganz natürlichen und einfachen «Menschsein».
Für mich ist diese Geschichte eine gute Nachricht. Sie gibt mir Hoffnung, dass Wandel sich in ganz kleinen, einfachen, unscheinbaren und unspektakulären Gesten, Gesprächen, in der aufrichtigen Hinwendung zu mir selbst, anderen Menschen, Tieren und zur Natur vollziehen kann. Die «Lösung» muss nicht immer teuer und kompliziert sein, sondern liegt in unserem ganz natürlichen und einfachen «Menschsein».
Simone Gantner, Bibliothek Speicher Trogen