Merzluft

Merz­luft — ein Film von Heinz Büt­ler. – Zü­rich: Pi­XiU Films, 2015.
(ISBN 978–9848202‑7–6)

Merz­luft – ein Film von Heinz Büt­ler

Ein in sei­ner Art wohl ein­ma­li­ges Werk be­rei­chert seit kur­zem un­se­re Bi­blio­thek: „Merz­luft“, ein tief­grün­di­ges, fil­mi­sches Por­trait von Heinz Büt­ler über den Schrift­stel­ler Klaus Merz, ver­eint mit ei­nem Hör­buch.

Auf ei­ner Au­to­fahrt durch das aar­gaui­sche Wy­nen­tal zeigt Klaus Merz sei­ne Hei­mat – Men­zi­ken, Rein­ach, Un­ter­kulm — wo die Wur­zeln sei­nes Schaf­fens lie­gen, wo er auch noch heu­te lebt und wo er kürz­lich sei­nen 70. Ge­burts­tag fei­ern konn­te.
Er lenkt sein Auto vor­bei an Wie­sen und Wäl­dern zu ver­trau­ten Or­ten sei­ner Kind­heit und lässt uns in sei­nen Ge­dan­ken, Er­in­ne­run­gen und un­glaub­lichs­ten Er­zäh­lun­gen, ein­bli­cken in sein rei­ches Uni­ver­sum.

Ver­wo­ben mit die­sen Sze­nen neh­men wir Teil am Tref­fen von Merz-Ex­per­ten, die ge­mein­sam Tex­te für eine Hör­buch-An­tho­lo­gie aus­wäh­len.
Au­torin Me­lin­da Nadj Abon­ji, Pe­ter von Matt, Merz-Her­aus­ge­ber Mar­kus Bun­di, der Schau­spie­ler Ro­bert Hun­ger-Büh­ler und Li­te­ra­tur­kri­ti­ker Man­fred Papst de­bat­tie­ren über die Merz-Tex­te, die sie mit­ge­bracht ha­ben. Es ist eine Lust, Zu­schau­er und Zu­hö­rer die­ser en­ga­gier­ten Run­de zu sein und mit­zu­er­le­ben, was für Wel­ten sich auf­tun, wenn sie ein kur­zes, knap­pes Ge­dicht er­ör­tern, wenn sie im Ge­spräch mit­ein­an­der ent­de­cken, wie ein ein­zi­ges Schluss­wort das Ge­dicht zum Lie­bes­ge­dicht macht:
Für S. Seit fünf Uhr fällt Re­gen. Der Ho­ri­zont macht kein Auf­he­bens von sich. Über­haupt braucht ein Lie­bes­ge­dicht gar kein Wet­ter. Lie­bes.
Die aus­ge­wähl­ten Tex­te sind im Hör­buch ver­eint. Ge­le­sen von Ro­bert Hun­ger-Büh­ler ge­ben sie Ein­blick in das Nor­ma­le, Sur­rea­le und Ab­grün­di­ge der Ge­dich­te und Tex­te von Klaus Merz. Ihm zu Eh­ren – ist er doch ei­ner der wich­tigs­ten Schwei­zer Au­toren der Ge­gen­wart – hat der Re­gis­seur Heinz Büt­ler ein wun­der­ba­res fil­mi­sches Do­ku­ment ge­schaf­fen.

Ursi Len­den­mann, Bi­blio­Gais