Buddhify your life

Rohan Gu­na­til­la­ke, Bud­dhi­fy your life : ru­hig und ge­las­sen blei­ben im chao­ti­schen All­tag. Mün­chen : O.W. Barth, 2016. (978–3‑426–29262‑4)

Zu­fäl­li­ge Ent­de­ckung

Ich ver­trieb mir ei­nes Mitt­woch­nach­mit­tags mei­ne War­te­zeit in der Bi­blio­thek Teu­fen. Ohne et­was Be­stimm­tes zu su­chen, schau­te ich mich zwi­schen den vie­len Wer­ken um. Plötz­lich stach mir ein Buch mit dem Ti­tel „Bud­dhi­fy your life“ ins Auge. Ich nahm es in die Hand und setz­te mich auf ei­nen frei­en Ses­sel, um den In­halt zu in­spi­zie­ren. Wie ich her­aus­fand, be­han­delt es ver­schie­de­ne Me­di­ta­ti­ons­tech­ni­ken, die ich nicht kann­te. Da ich mich so­wie­so mit die­sem The­ma be­fass­te, kam das Werk von Rohan Gu­na­til­la­ke ge­ra­de rich­tig.

Über den Au­tor

Der Bri­te Rohan Gu­na­til­la­ke ar­bei­tet als Lei­ter der Fir­ma Mindful­ness Ever­y­whe­re. Auf Grund des chao­ti­schen All­tags setz­te er sich als Le­bens­ziel, mit Hil­fe der Acht­sam­keit den stres­si­gen All­tag zu be­wäl­ti­gen.
Er will ver­deut­li­chen, dass wir un­se­ren Kör­per auch in schwie­ri­gen Si­tua­tio­nen nicht ver­nach­läs­si­gen soll­ten. Ge­schickt weicht er Aus­re­den wie „Ich bin nicht so re­li­gi­ös.“ aus und lässt kei­nen Grund gel­ten, war­um man sich nicht in Acht­sam­keit üben soll­te.
Um „Bud­dhi­fy your life“ zu ver­ste­hen, sind kei­ne Vor­kennt­nis­se in Sa­chen Me­di­ta­ti­on und Acht­sam­keit nö­tig. Rohan be­schreibt nicht den klas­si­schen Me­di­ta­ti­ons­weg, son­dern die so­ge­nann­te „mo­bi­le Acht­sam­keit“. Da­mit will er er­rei­chen, dass die Le­ser durch sei­ne In­spi­ra­ti­on jede Ta­ges­zeit und je­den Ort nut­zen, um Acht­sam­keit zu prak­ti­zie­ren.

How-to

Da Rohan weiss, wie stres­sig und an­stren­gend der All­tag sein kann, will er den Le­sern zei­gen, dass sie kei­nen ru­hi­gen Ort brau­chen, son­dern ge­nau­so gut in der Öf­fent­lich­keit acht­sam sein kön­nen. Des­halb be­zie­hen sei­ne Me­tho­den auch im­mer den All­tag mit ein, so­dass die Stras­sen­bahn oder auch das Han­dy zu Übungs­ob­jek­ten wer­den.
Ins­ge­samt sind es sechs simp­le Kern­tech­ni­ken (Kör­per­wahr­neh­mung; Atem­kon­zen­tra­ti­on; Mit al­len Sin­nen wahr­neh­men; Wis­sen, wo man steht; Die Pra­xis der Her­zens­gü­te; Nichts-Tun) die alle das Ziel ha­ben, Acht­sam­keit zu trai­nie­ren, sich be­wusst zu wer­den, wel­che ver­schie­de­nen Din­ge der All­tag so mit sich bringt, und wie die­se sich an­füh­len. Die Kern­tech­ni­ken kön­nen be­lie­big kom­bi­niert wer­den und fun­gie­ren als Grund­la­ge. Das heisst, dass auf ih­nen noch wei­te­re Ideen ba­sie­ren, um die Acht­sam­keit zu er­ler­nen.
Die Ab­sicht Roh­ans be­steht dar­in, dass der Le­ser die vor­ge­schla­ge­nen Me­tho­den schnellst­mög­lich prak­tisch um­set­zen kann und da­bei rasch Er­folg er­zielt. Wei­ter zeigt er an­hand von Er­fah­rungs­be­rich­ten, wo der zu be­ar­bei­ten­de Punkt liegt und wie man sich da­bei hel­fen kann. Zu­dem legt er dar, was den Per­so­nen ge­hol­fen hat, und wie sich ihre Lage dank der Me­di­ta­ti­ons- und der Acht­sam­keits­pra­xis zum Po­si­ti­ven ver­än­dert hat.
Wer sich nur für ei­nen be­stimm­ten Teil des Bu­ches in­ter­es­siert, kann auch di­rekt mit­ten­drin ein­stei­gen. So­mit kann es auch als „Nach­schla­ge­werk“ die­nen. Die Idee be­steht dar­in, am Ende des Bu­ches ver­schie­de­ne Werk­zeu­ge zu be­sit­zen, um Acht­sam­keit mo­bil zu prak­ti­zie­ren.

Wei­te­re Me­di­en

Die­se für mich sehr lehr­rei­che und auch in­ter­es­san­te Lek­tü­re gibt es auch als Hör­buch zu kau­fen. Auch sind Han­dys mitt­ler­wei­le treue Be­glei­ter un­se­res All­tags ge­wor­den, so­dass der Au­tor sich dies­be­züg­lich Ge­dan­ken mach­te und da­bei die Idee ei­ner Acht­sam­keits-App ent­stand. Die­se wur­de spä­ter mit gros­sem Er­folg ver­wirk­licht.

Alex­an­dra Bän­zi­ger, Bi­blio­thek des Gym­na­si­ums St. An­to­ni­us, Ap­pen­zell